Tage religiöser Orientierung - TrO
Zu den Tage religiöser Orientierung kommen in jedem Jahr tausende Schülerinnen und Schüler auf die Jugendburg. Begeleitet werden sie in diesen Tagen von meist studentischen Teamerinnen und Teamern der Burg oder eines anderen Trägers von TrO (diese sind im Netzwerk TrO zusammengeschlossen). Weitere grundlegende Informationen finden sich unter diesem Link zum Bistum Münster.
Im Dezember 2011 hat das Netzwerk TrO einen Leitfaden herausgegeben, der das Grundverständnis, den pädagogischen Ansatz und die qualitativen Standards unserer Arbeit beschreibt. Der Leitfaden kann hier als pdf heruntergeladen werden.
Download:
Unser Burgteam bei der Teamfortbildung Anfang 2011
Grundverständnis der TrO
Wir begegnen den Schülerinnen und Schülern in TrO in der Grundüberzeugung, dass jeder Mensch – egal welchen Alters oder Geschlechts, egal welcher Nationalität, Religion oder Schulform er angehört – ein von Gott als sein Abbild Geschaffener ist. Damit hat nicht nur jeder Mensch eine unendliche Würde, sondern immer schon eine Beziehungsgeschichte mit Gott selbst. Ich bin für Gott nicht unbekannt, sondern er weiß um mich, wie unfassbar das auch scheinen mag. („Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt..“ Ps 8).
Religion, verstanden als Gottesbezug, ist also nicht ein von Außen auf den Menschen zukommender Zusatz, sondern bereits eine im Menschen angelegte Wirklichkeit. Genau diese Wirklichkeit haben die Teamerinnen und Teamer der TrO im Blick. Sie sehen in den Schülerinnen und Schülern Menschen, zu denen Gott bereits dadurch dass sie da sind eine Beziehung hat. Das führt zu einem besonderen Umgang. Nicht Leistungsorientierung, Stärke und Durchsetzungsvermögen stehen im Mittelpunkt, sondern das Bewusstsein wertvoll an sich zu sein. „Er hat uns zuerst geliebt“ (1 Joh 4,19) mag ein Leitgedanke sein, der ernst nimmt, dass wir ohne irgendein Zutun bereits in einer tiefen Gottesbeziehung stehen.
Dieser Gottesbezug kann in TrO neu deutlich werden, vielleicht auch nur aufblitzen, denn im Mittelpunkt stehen die Themen, die die Jugendlichen im Moment besonders angehen und interessieren. Sei es Liebe, Beziehung, Freundschaft, generelle Sinnsuche, Zukunftsplanung oder der Blick auf die eigene Vergangenheit. Wir möchten den Jugendlichen einen offenen Zugang zu Religiosität und Glauben bieten, der auch Freiheiten zur kontroversen Diskussion und persönlichen Bezügen bietet. Viele Jugendliche setzen sich kritisch mit der Kirche als Institution auseinander und lehnen Kirche und Religion als „altbacken und nicht zeitgemäß“ ab. Sie befinden sich in einer Aufbruchphase des Lebens, in der sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, an wen oder was sie wie zu glauben haben. Sie wollen selbst mitgestalten. Dieses positive, kreative Potenzial möchten wir nutzen, um über Spiritualität und Glaube in den persönlichen Lebensrealitäten ins Gespräch zu kommen. Genau hier, im eigenen Leben, findet sich schließlich auch der Ansatzpunkt dafür, den eigentlichen Ort des Gottesbezuges zu erkennen.
Ein offener, freier und wertschätzender Austausch ist deshalb selbstverständliche Grundlage der TrO.
Grenzen
TrO sind kein verlängerter Religionsunterricht oder katechetische Unterweisung. Insofern sind sie auch kein Ersatz für die religiöse Erziehung im Elternhaus oder die (Sakramenten-) Pastoral der Gemeinde.
Ebenso lösen TrO nicht alle in einer Gruppe auftretenden Konflikte und ersetzen keine Beratung, Therapie oder Supervision, sei es für den Einzelnen oder die Gruppe.
Chance für TRO
Neben diesen klaren Grenzen liegen die Chancen von TrO sicherlich darin, eingefahrene Verhaltensmuster aufzubrechen, Alternativen im Umgang miteinander und mit mir selbst aufzuweisen und neue Erfahrungen hinsichtlich der Weltsicht (oder auch der Sicht auf die Klasse), aber auch der Selbstwahrnehmung zu machen.
TrO bieten als kreative Unterbrechung die Möglichkeit, die Situation in Schule und Klasse positiv zu verändern und die eigene Persönlichkeit zu stärken, sowie Strategien für Problemlösungen zu entwickeln.
Zudem bieten TrO die Chance neue Erfahrung mit dem (eignen) Glauben und der Kirche zu machen, nicht zuletzt durch den Kontakt mit Teamerinnen und Teamern, die aus dieser Glaubensmotivation handeln.
Kursziele:
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TrO fördern eine positiven Selbsteinschätzung
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TrO erhöhen das Selbstwertgefühle, das Selbstvertrauen und die Selbstachtung
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TrO ermöglichen die Entdeckung eigener Kräfte und Stärken
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TrO stärken die individuelle Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit
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TrO können ein Türöffner sein, im eigenen Leben zu erkenn, dass es jemanden gibt, der Interesse hat an mir, für den ich wichtig und wertvoll bin, unabhängig von meinen Leistungen
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TrO eröffnen die Sicht, dass Glaube und Religion das eigene Leben betreffen/ angehen
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TrO sollen Gespräch mit Christinnen und Christen ermöglichen
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TrO sollen die Sprachfähigkeit bzgl. eigener Wünsche und Sehnsüchte fördern
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TrO können deutlich machen, dass die Bedeutung von Religion von meinem eigenen Verhalten und meiner eigenen Einstellung dazu abhängen
Die Themenzentrierte Interaktion
Da wir versuchen in jedem Menschen ein
Abbild Gottes zu sehen ergibt sich eine unmittelbar folgende Haltung: Verschaffe den Menschen, mit denen du in Beziehung trittst, die Möglichkeit, werden zu dürfen, was sie sein können.
Deshalb arbeiten wir mit unseren Kursen u.a. nach dem Konzept der der Themen-zentrierten Interaktion (TZI). Zusätzlich nutzen wir verstärkt methodische Elemente der systemischen und gestaltpädagogischen Arbeit.
wurde von Ruth C. Cohn entwickelt und hat sich in vierzig Jahren von einem pädagogisch-therapeutischen Modell zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Leitung von Gruppen zu einem umfassenden Konzept weiterentwickelt.
Die TZI ist ein professionelles Handlungskonzept, das auf effektives Lernen und Arbeiten abzielt - in allen Situationen und Handlungsfeldern, in denen es auf Kommunikation entscheidend ankommt:
- Arbeit mit Gruppen und Teams
- Unternehmens- und Mitarbeiterführung
- Nachwuchs- und Führungskräfteentwicklung
- Lehren in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung
- Supervision, Beratung, Coaching, Training
Darüber hinaus wirkt TZI als Anleitung für die persönliche Lebensgestaltung und fördert die Persönlichkeitsbildung.
Die TZI verbindet anthropologische Grundannahmen mit einer Theorie und einer Methodik des Führens und Leitens. So lassen sich Prozesse in Gruppen, Teams, Unternehmen und Organisationen besser analysieren, planen, steuern und gestalten. Dabei werden Kooperation, Persönlichkeitsbildung und verantwortliches Handeln bei der Bearbeitung sachlicher Anliegen und Aufgaben miteinander verbunden. Die Folge: Eine ergebnisorientierte, zielgerichtete Arbeit an Aufgaben, bei der alle Beteiligten auch aus der Begegnung miteinander lernen.
Worauf TZI abzielt
- Selbstständigkeit und Eigenverantwortung stärken - im Kontakt mit anderen Menschen
- lebendige Lernprozesse gestalten - in Beziehung zu den beteiligten Personen
- Rivalität und Konkurrenz transparent machen, fair und partnerschaftlich miteinander umgehen
- Führungspersönlichkeit und Leitungskompetenz weiterentwickeln
- Gremien, Organisationen, Kongresse, Veranstaltungen erfolgreich leiten
Menschen, die in sozialen Situationen Aufgaben bearbeiten und dabei gut zusammenarbeiten, führen, leiten, miteinander leben oder lernen wollen - selbst unter schwierigen inneren oder äußeren Bedingungen. Dadurch entsteht ein Arbeitsklima, das Motivation und kreative Potentiale freisetzt.
Die TZI ist ressourcenorientiert und ermöglicht es allen Beteiligten mit den eigenen Stärken in Kontakt zu kommen und diese zu intensivieren. Damit kann jedes Gruppenmitglied, jeder Mitarbeitende, jeder Lernende Mitverantwortung übernehmen - für sein Tun und Lassen, für sein Handeln und für das Gelingen der gemeinsamen Leistung.
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Seit über 30 Jahren arbeiten weltweit mehr als drei Generationen von LehrerInnen, ErwachsenenbildnerInnen, BeraterInnen und Führungskräften erfolgreich mit der TZI.
TZI eignet sich für alle Bereiche, in denen Menschen in Teams und Gruppen erfolgreich zusammenarbeiten sollen - in Management und Pädagogik, in sozialen Organisationen und Unternehmen. Insbesondere TZI und Personalentwicklung ergänzen einander auf ideale Weise. Und wer unter Bildung mehr als Wissensvermittlung versteht, kann mit dem Konzept der TZI Lehren und Persönlichkeitsbildung optimal verbinden.
Quelle: http://www.ruth-cohn-institute.com/page/40/inhalt_was_ist_tzi&mm=13 (Stand: 23.08.2010)
Wie wir im Kurs arbeiten
Start in den Kurs
Das Ankommen und die Einstiegsphase sind erfahrungsgemäß von großer Wichtigkeit und entscheiden häufig über den weiteren Verlauf des gesamten Kurses. Daher ist es besonders wichtig, diesen Einstieg genau zu planen und zu gestalten.
Zum Kursbeginn gehören neben dem ersten Kennenlernen die Erwartungsabklärung, in der die TeilnehmerInnen ihre Wünsche, Erwartungen, Ängste und Ziele äußern können sowie ein organisatorischer Teil.
Im Kurs
Wenn Menschen in Gruppen zusammenkommen, haben sie immer offizielle und inoffizielle Anliegen sowie Interessen und Ziele. Diese gilt es bei der Themenfindung im Kursprozess einzubeziehen. Die Themenwahl ist ein wichtiges Element der TrO-Arbeit. Das Thema der Tage wird, was für die Gruppe der SchülerInnen zunächst einmal persönlich bedeutsam ist und worauf sie sich dann gemeinsam verständigen können.
Das gewählte Thema wird von den ReferentInnen und prozessorientiert vorbereitet und mit vielfältigen Methoden gestaltet. Einige Methoden sind dabei themenübergreifend einsetzbar. Die TeilnehmerInnen sollen z.B. zu einem persönlichen Austausch über ihr gewähltes Thema ermutigt werden.
Im Kursverlauf werden die Methoden und das Erlebte immer auch reflektiert. Mit einer Reflexion kann die Leitung verschiedene Ziele erreichen wie z.B. Erlebnisse bewusst verarbeiten, Erfahrungen nachhaltig sichern, das eigene Verhalten kritisch betrachten, Meinungen und Gefühle unkommentiert zum Ausdruck bringen, die eigene Position in der Gruppe wahrnehmen, Gruppenprozesse erkennen, Rückmeldung über das Programm erhalten, TeilnehmerInnen die Möglichkeit geben, sich an der Gestaltung der Kurse zu beteiligen.
Spiele
Spiele haben unterschiedliche Zielsetzungen: Wenn sich eine Gruppe neu zusammenfindet, sind Kennenlernspiele sinnvoll, vor einer thematischen Einheit können Spiele zum Ankommen und Lockerwerden gespielt werden. Bewegungsintensive Spiele bieten sich an, wenn die Gruppe lange gesessen hat und wieder neuen Schwung braucht, oder wenn die Gruppe sich auspowern muss, um wieder konzentriert arbeiten zu können. Ruhigere Spiele fördern die Aufmerksamkeit der Gruppe. Spiele mit wenig oder gar keinem Material sorgen für kurzweilige Spielmomente mit Spaßgarantie. Sie können gut und ohne viel Aufwand spontan und zwischendurch eingesetzt werden.
Abschied im Kurs
Zum Abschluss eines Kurses gehören ein inhaltlicher und ein organisatorischer Abschluss sowie ein persönlicher Abschluss, um den Freundschaften, die entstanden oder gefestigt worden sind, Raum zu geben. Es ist wichtig, auf die gemeinsame Zeit zurückzuschauen, sie zu bewerten und sie mit den eigenen Erwartungen abzugleichen. Zudem wird ein Transfer des Gelernten auf die eigene Situation geleistet. Hierfür bieten sich Methoden an, die es ermöglichen Feedback zu geben und zu bekommen.